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Abschied und Neuanfang

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Auffahrt/Himmelfahrt ist ein kirchlicher Feiertag, den die meisten wohl mit einem Ausflug ins Blaue verbinden. Ein verlängertes Wochenende, an dem man mit der Familie oder auch mit Freunden eine Auszeit einplant und die ersten sommerlichen Tage geniessen möchte. Oder auch einfach draussen in der Natur eine Wanderung macht.

Auffahrt/Himmelfahrt hatte aber für die ersten Christinnen und Christen eine ganz andere Bedeutung: es war die Zeit des endgültigen Abschieds von Jesus. Er liess seine Getreuen alleine zurück, vorerst. Trauer und Fragen dürften sie damals begleitet haben. Ein geliebter Mensch, der weise Ratschläge und heilende Hände hatte, war plötzlich nicht mehr da. Wie sollte es weitergehen?

Abschied nehmen müssen auch wir: Abschied von den gewohnten Umgangsformen, wie wir sie noch bis anfang März gepflegt haben. Abschied auch davon, dass alles ganz normal weitergehen kann. Der Bundesrat, der uns nach bestem Wissen durch die akute Zeit gebracht hat, gibt nach und nach die Verant…

Freude am Leben

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Liebe Leserin, lieber Leser
Manchmal tut es gut, einfach einmal einen Tag einzuplanen, um die Seele baumeln zu lassen und aufzutanken. Es gibt so vieles zu lesen, so vieles zu sehen und so vieles zu hören - zu viele Informationen, die mich mit der Zeit ermüden.
Wie schön ist es, den Kopf beim Spazieren zu durchlüften!

Wie schön ist es, einmal nichts zu denken, sondern nur die Sinne wirken zu lassen:

Ich bin ganz Ohr: 
höre das Gezwitscher der Vögel - wie unterschiedlich doch ihre Lieder sind!
Ich bin ganz Auge: 
geniesse die Farben und Formen der Blumen, der Bäume und der Gräser - wie wunderschön doch auch die unscheinbarsten Pflänzchen sind!
Ich nutze meinen Tastsinn: 
berühre das Moos auf einem knorrigen Baumstamm - wie fein und gleichzeitig wohltuend feucht sich das anfühlt!
Ich schliesse die Augen, lasse die Nase im Wind: 
wie erfrischend der Duft von frischem Hollunder, der seine Blüten nun nach und nach öffnet!
Wieder auf dem Campingplatz gönne ich mir einen kräftigen Schluck alkoholfreies …

Umwälzungen und Veränderungen

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Liebe Leserin, lieber Leser
Am Montag kehrt halbwegs wieder etwas Normalität ein: die Schulen nehmen den Betrieb vor Ort wieder auf, die Restaurants öffnen und auch die Läden stehen wieder zur Verfügung. Alles wieder normal?  Nicht im Geringsten, denn das Einkaufen gestaltet sich anders: Distanz muss eingehalten werden, Hände desinfiziert oder Masken getragen werden. Die maximal erlaubte Anzahl von Personen im Laden führt zum Teil zu Schlangen vor den Geschäften. Seite an Seite mit jemandem bei einem Regal etwas zustehen und in Ruhe etwas zu suchen, das gibt es nicht mehr, wollen wir einander nicht gefährden. Kleider vor Ort im Geschäft anprobieren - auch das ist nicht mehr so sorglos möglich wie bisher und habe ich etwas anprobiert, verschwindet es für 24h, damit kein Ansteckungsrisiko für andere besteht. Auch im Restaurant heisst es Abstand halten, maximal zu viert an einem Tisch und bitte auch die Daten hinterlegen.  Grosse Umwälzungen in unserer Gesellschaft und in unserem Alltag wer…

Geduld?!

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Liebe Leserin, lieber Leser
Regenwetter ist zwingend nötig für unsere Umwelt. Zu lange hat es nicht geregnet - und doch merke ich, dass mir das Grau der Regenwolken auf die Stimmung schlägt. Da kann es schon mal passieren, dass ich schnell aufbrausend reagiere...

Bewegung hilft aber bekanntlich gegen depressive Verstimmungen und hilft auch Aggressionen abzubauen. Also ging es trotz Regen an die frische Luft. Dabei bin ich auf die "härzigen" Schäflein gestossen. Eine ganze Weile blieb ich stehen und schaute den ihnen zu. Die ruhige Art, auch der kleinen Schafe, und das milde läuten der Glöckchen begannen auf mich eine Art Ruhe zu übertragen. Und nach einer kurzen Weile waren meine melancholischen Gedanken und meine Gereiztheit verschwunden. Danke, liebe Schäflein!

Das Schaf hat auch eine wichtige biblische Symbolik, wie ich nachgelesen habe. Es steht nicht nur für Friedfertigkeit und Reinheit - das Schaf war ein beliebtes Opfertier - sondern auch für Geduld. Als domestiziertes H…

Kleine Freuden

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Jetzt ist es genug - ich mag nicht immer und immer wieder die Schlagzeilen von Covid-19 lesen und hören! Jetzt brauche ich mal eine Auszeit von Schutzmass-nahmen, Distanzregeln und all den Herausforderungen des nicht alltäglichen Alltags! 
Natürlich wird mich das Ganze wieder einholen und natürlich werde ich mich wieder sorgfältig den Massnahmen des Bundes zuwenden, aber dieser Moment jetzt in der Küche, der gehört für einmal nur mir.
Wenn mich etwas belastet, wenn ich Stress habe oder viel Denkarbeit leisten muss, dann tut es mir gut, mich in die Küche zurück zu ziehen und etwas zu backen. Das war schon während der Maturaprüfungen so und auch während der Abschlussprüfungszeit in meinem Studium. Warum also nicht in der Corona-Krise? Dieses Mal musste es etwas Süsses sein. Und zwar gab es gleich zwei Varianten: Zitronenmuffins - sie bringen Frische und Säure in den Mund - und selbst kreierte Eiweissschoggimuffins mit einem "versteckten Osterhasen".  Auf dem Bild sehen Sie das R…

Die Heilige Corona

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Liebe Leserin, lieber Leser
Ein Spaziergang an der Sonne kann nicht nur das Gemüt und den Körper erfreuen, sondern bringt manchmal auch ganz ungewohnte Erkenntnisse. Gestern habe ich nämlich von einer guten Freundin erfahren, dass es eine Heilige gibt mit dem Namen Corona. Natürlich hat dieser lateinische Namen eine Bedeutung: Corona heisst übersetzt soviel wie "Kranz, Ehrenkranz, Schmuck, Diadem oder Krone". Bei der Heiligen ging dieser Name wohl auf ihr Martyrium zurück im Sinne von "Sie war eine Zierde für die Christinnen ihrer Zeit". 

Ob das unter dem Mikroskop feststellbare Aussehen des die Welt plagenden Virus wohl zum Namen "Corona" geführt hat? Als Zierde kann ich mir diesen nämlich kaum vorstellen, dazu richtet er zuviel Schaden an, physisch und psychisch.

Die Heilige machte mich neugierig und so bin ich ihr im Ökumenischen Heiligen Lexikon auf den Grund gegangen. Die Heilige Corona oder auch Stephana, wie sie griechisch genannt wurde, lebte zwische…

Ostern 2020

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Liebe Leserin, lieber Leser
Heute, an diesem ganz speziellen Ostertag ohne Gemeinschaft am Osterfeuer oder am Abendmahlsgottesdienst mit anschliessendem Eiertütsch, habe ich einen wunderbaren Text erhalten. Diesen möchte ich Ihnen weitergeben. Geschrieben hat ihn eine Pfarrkollegin aus Thun, Pfrn. Margrit Schwander:

Ostermorgen 2020

Das Feuer wird nicht brennen.
Unser Kerbholz nicht verbrennen.
Kein "Christ ist erstanden" 
schallt vom Kirchturm über die Stadt.
Die brennende Osterkerze 
kann nicht in die dunkle Kirche getragen werden.
Das Osterlob wird nicht erklingen.
Das Brot nicht gebrochen und geteilt,
Gemeinschaft wird es nicht geben.

Dennoch:
Ostern wird nicht verschoben.
Ostern wird nicht abgesagt.
Christus ist erstanden, 
er ist wahrhaftig auferstanden.

Auferstanden in unsere Ängste hinein
in unsere Trauer
in unsere Einsamkeit
in unsere Abschiede 
in unsere Ungeduld.

Unsere Hoffnung bekommt Nahrung.
unser Leben fängt Feuer,
es brennt und leuchtet,
Hoffnung wird weitergegeben:

mit jeder Einkauf…